LEADER 2014 bis 2020

Fondsübergreifend in die Zukunft
Als einziges Bundesland wird Sachsen-Anhalt einen fondsübergreifenden Leaderansatz für die neue Förderperiode ermöglichen. Das heißt, das Projekte zukünftig sowohl aus dem Europäischen Fonds zur Entwicklung ländlicher Räume (ELER), dem Europäischen Sozialfonds (ESF) und/ oder dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert werden können. Allein die Lokale Aktionsgruppe wird im Rahmen ihrer Lokalen Entwicklungsstrategie (LES) entscheiden, welche Fonds sie zur Umsetzung ihrer Schwerpunktthemen in Anspruch nehmen. 
Das Budget für die kommenden sieben Jahre beträgt aus dem ELER-Fonds 73 Mio. Euro, aus dem ESF-Fonds sechs Mio. und dem EFRE 14 Mio. Euro. Nicht einberechnet sind Mittel für das Leadermanagement sowie Kooperationsprojekte aus dem ELER.
Welche Fördergegenstände für alle drei Fonds in Sachsen-Anhalt derzeit vorgesehen sind, kann in den jeweiligen Operationellen Programmen nachgelesen werden, die Ende Mai 2014 bei der Europäischen Kommission eingereicht wurden. Der LEADER-Ansatz findet sich dabei im ESF und EFRE unter dem Begriff CLLD als englisches Akronym für "von der örtlichen Bevölkerung betriebene Maßnahmen zur lokalen Entwicklung". Alle Operationellen Programme sind auf den Seiten des Finanzministeriums hier einsehbar.

Sprechen Sie LEADER oder verstehen Sie nur Chinesisch?Für einen guten Start in die neue Förderphase bietet Ihnen das „Wörterbuch der LEADER-Sprache“ kurze Erklärungen zu den wichtigsten Begrifflichkeiten im LEADER-Kontext.

ALFF, das – Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten; für die LAG Unteres Saaletal und Petersberg Bewilligungsbehörde von  Projekten auf Basis der Prioritätenliste (↘), zusätzlich beratende Funktion; zuständig für die LAG USP : ALFF Mitte in Wanzleben und ALFF Süd in Halle
 
bottom up (wörtl. „battem app“) – dt: von unten nach oben; Prinzip der beteiligenden Entscheidungsfindung = breite Bürgerbeteiligung, Konsensfindung, lokale Entscheidungsfindung, Mobilisierung und Aktivierung; Gegenteil: top-down (dt. von oben nach unten)
 
CLLD – engl. Akronym für die „von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Maßnahmen zur lokalen Entwicklung“, basiert auf dem LEADER-Konzept und ermöglicht dieses in den anderen ESI-Fonds  (↘)
 
EFRE, der – Europäischer Fonds für regionale Entwicklung; europäisches Finanzierungsinstrument zur Schaffung wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts durch Ausgleich regionaler Ungleichgewichte
 
ELER, der – Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes; Europäisches Finanzierungsinstrument in den Bereichen Landwirtschaft und ländliche Entwicklung; vier Schwerpunkte, einer davon LEADER; Konkretisierung: EPLR (↘)
 
EPLR, das – Entwicklungsprogramm für den ländlichen Raum = Beschreibung der ELER (↘)-Umsetzung auf strategischer Ebene in Sachsen-Anhalt; Detailregelungen in den Richtlinien
 
ESF, der – Europäischer Sozialfonds; Europäisches Finanzierungsinstrument zur Förderung der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik
 
ESI-Fonds, die (Pl.) – Europäische Struktur- und Investitionsfonds; Oberbegriff für ELER (↘), ESF (↘), EFRE (↘) sowie Kohäsionsfonds und Europäischen Meeres- und Fischereifonds
 
FOR, der – finanzieller Orientierungsrahmen; vom Land Sachsen-Anhalt zugewiesenes Budget an die Lokalen Aktionsgruppen (↘LAG) zur Umsetzung der LEADER-Strategie; limitierendes (begrenzendes) Element der Prioritätenliste (↘)
 
IG, die - Interessengruppe; Bezeichnung der LAG (↘) USP bis zur Anerkennung durch das Land Sachsen-Anhalt 2015
 
Kofinanzierung, die (kurz Kofi) – Grundsatz: EU-Mittel müssen durch nationale Mittel (Bundes- und/oder Landesmittel) ergänzt werden
 
LAG, die – Lokale Aktionsgruppe; private-öffentliche Partnerschaft, die in ihrer Zusammensetzung das LAG-Gebiet repräsentiert = Kommunen + WiSo-PartnerInnen (↘)
 
LEADER (wörtl. „Lieder“) - häufig mit Zusatz –Programm oder –Strategie; Akronym für frz.:  Liaison entre actions de développement de l'économie rurale (dt. Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft); europäische Förderstategie zur Stär-kung des ländlichen Raumes durch die Förderung innovativer Projekte; 7 Merkmale:
•    gebietsbezogene lokale Entwicklungs-strategie (↘ LES)
•    Lokale Aktionsgruppe (↘ LAG)
•    Bottom-up-Ansatz (↘)
•    Integration
•    Vernetzung
•    Innovation
•    Kooperation
 
LES, die – Lokale Entwicklungsstrategie - Handlungsrahmen der LAG mit Angaben zu 2-3 Schwerpunktthemen, Entwicklungszielen und -prioritäten sowie mittelfristigen Aktionsplänen
 
Prioritätenliste, die (oft kurz: Prioliste): Rangfolge der Projektanträge auf Basis der Bewertung durch Mitgliederversammlung; jährlich neu aufgestellt und dann Bewilligungsgrundlage des ALFF (↘); „Wer oben steht, mahlt zuerst“
 
WiSo-PartnerInnen, die (Pl.)/– Wirtschafts- und SozialpartnerInnen; umfassen Verbände, Vereine, Unternehmen, Privatpersonen, Kirche, usw.